Die Wertschöpfung steigern2017-10-21T16:14:51+00:00


Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Horst Wildemann
promovierte zum Dr. rer. pol. und habilitierte an der Universität Köln. Viele Jahre lehrte er als Professor für Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten Bayreuth, Passau und München. Neben seiner Lehrtätigkeit steht er einem Beratungsinstitut für Unternehmensplanung und Logistik vor. Für führende Industrieunternehmen ist er als Berater, Aufsichts- und Beiratsmitglied tätig.

Die Wertschöpfung steigern

„Wertschöpfung hat Wert!“, das ist das Ergebnis einer empirischen Studie, die die wichtigsten Erkenntnisse zur Wertschöpfung in Deutschland zusammenfasst. Es ist deutlich erkennbar, dass sich die umfassende und dauerhafte Beseitigung von Unproduktivität entlang der Wertschöpfungskette als bedeutende Wertquelle manifestiert. Die bedeutendsten Ursachen liegen in Kommunikationsproblemen, ineffizienter Arbeitsplanung und ineffizienten Organisationsstrukturen, in niedriger Mitarbeitermotivation, in einem Arbeitskräftemangel, aber auch in Problemen mit innovativen I&K-Technologien begründet. Wenn also der Wertschöpfung ein herausragender Wert beigemessen werden kann, dann erscheint folgender Schluss nur konsequent und richtig: „Wertsteigerung durch Wertschöpfung“ avanciert zum Kern unternehmerischer Aktivität“.

Ausgehend von der aktuellen Wettbewerbsposition des einzelnen Unternehmens ist die wertsteigerungsspezifische Ausgangslage zu identifizieren, um nachfolgend die konkreten und für die herausragende Wertsteigerung durch Wertschöpfung geeigneten Strategiepfade sowie Methoden auszuwählen und in den relevanten Wertschöpfungsfeldern konsequent zu realisieren.

Die Strategie der Wertsteigerung durch Wertschöpfung muss sich durch die ganzheitliche Betrachtung aller am Wertschöpfungsprozess beteiligten Anspruchsgruppen auszeichnen. Die Wertschöpfungskette spannt sich ausgehend vom Kunden, über das Unternehmen mit seinen spezifischen Ressourcen bis hin zu den Wertschöpfungspartnern auf und ist in das gesellschaftliche sowie politische Netzwerk unabdingbar eingebunden respektive wird von diesem nachhaltig geprägt. Der Mensch bildet den Kern der Wertschöpfung ab. Er plant, realisiert, steuert und kontrolliert den Vorgang der Wertschöpfung und ist selbst in diesen Vorgang als aktiv gestaltende Person involviert. Die Institutionalisierung einer wertorientierten Wertschöpfungsorganisation führt mittel- und langfristig zur Wertschöpfungssexzellenz.

Auch volkswirtschaftlich lässt sich die Bedeutung eigener Wertschöpfung zeigen. Denn nach wie vor ist das produzierende Gewerbe der Leistungskern der deutschen Wirtschaft. Eine Vielzahl von unternehmensnahen Dienstleistungen hängt direkt oder indirekt an der Existenz industrieller Wertschöpfung in unserem Land. Aufgrund der immer stärkeren Verflechtung des industriellen Sektors mit anderen Wirtschaftsbereichen wirkt sich ein Beschäftigungsabbau in der Industrie maßgeblich auf andere Sektoren aus. Daher gilt es, die eigene Wertsteigerung auf das richtige Fundament zu stellen und die geeigneten Werthebel zu bedienen.