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Expertenforum 2018-01-15T12:42:03+00:00

Gute Unternehmens- und Ordnungspolitik

Die Wirtschaft ist nicht isoliert von Gesellschaft und Moral, sondern Anwendungsgebiet der praktischen Ethik, ein Ort menschlichen Handelns und der Identitätsfindung, sowohl für das Individuum als auch für die regionale und internationale Gemeinschaft.

Was verstehen wir unter „Guter Unternehmenspolitik“?

Was verstehen wir unter „Guter Unternehmenspolitik“? „Gute Unternehmenspolitik“ – sozusagen die Überschrift des Expertenforums – ist als eigenständiger Begriff noch nicht besetzt. Unternehmenspolitik selbst bildet den Überbegriff für Unternehmensverfassung und Unternehmenskultur. Dazu gehören einerseits Zweck und Ziele des Unternehmens, die Ausprägung der Unternehmensleitung sowie Verhaltensgrundsätze gegenüber Anspruchsgruppen, also im weitesten Sinn die Frage nach der Rolle und der Verantwortung des Unternehmens. Damit liegt das Thema des Expertenforums sozusagen voll im Trend, denn spätestens mit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise gibt es nicht nur in Deutschland ein großes Interesse an diesem Thema.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat sich – ganz im Sinne der formulierten Positionierung und Zielsetzung des Expertenforums – eine Sichtweise entwickelt, die eine wertorientierte Unternehmensführung nicht einseitig auf das Shareholder-Value reduziert. Einige neue Begriffe und Konzepte sind in den Blick gerückt worden.

Im Wesentlichen sind dies die praktisch synonym verwendeten Betriffe Corporate Social Responsibility/Corporate Responsibility (CSR/CR) wie auch der Corporate Citizenship (CC), der ehrbare Kaufmann, das Stakeholder-Value-Konzept, Leitbilder und Ehrenkodexe, Corporate Governance sowie übergeordnete Konzepte wie Nachhaltigkeit. Zar gibt es durchaus unterschiedliche Interpretationen der einzelnen Konzepte aber dennoch fließende Übergänge und gelegentlich sogar praktisch inhaltsgleiche Verwendungen einzelner Begriffspaare. So ist etwa das Stakeholder-Konzept – auch wenn es nicht explizit erwähnt wird – in der Regel integraler Bestandteil von CSR/CR. Typisch ist auch die Interpretation von CSR durch die BASF, die CSR und Nachhaltigkeit synonym verwendet. So schreibt das Unternehmen auf seiner Website unter der Rubrik „sustainability“: „Als Unternehmen sind wir Teil der Gesellschaft und nehmen im Rahmen unserer Einflussmöglichkeiten soziale und ökologische Verantwortung wahr. Für uns ist Corporate Social Responsibility, kurz CSR, seit langem Teil unserer Strategie. Es ist die Umsetzung von Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene.“


Alexander Horn

ist Diplom-Wirtschaftsingenieur.
Nach dem Studium bekleidete er unterschiedliche Führungspositionen in der Automobil-Zuliefererindustrie. Seit 2010 ist er selbständiger Lean-Management Berater und Toyota-KATA Trainer. Darüber hinaus ist er als Geschäftsführer des Online-Magazins Novo Argumente tätig.

Das Expertenforum

Die von Meinungsführern in Politik und Wirtschaft ausgehende Selbstzufriedenheit ist bei kritischer Betrachtung der wirtschaftlichen Lage nicht angebracht. Seit Jahrzehnten geht die staatliche Investitionstätigkeit wie auch die der Unternehmen stetig zurück. Allen politischen Bemühungen zum Trotz, gibt es in Deutschland kaum erfolgreiche Unternehmensneugründungen und nur eine sehr unterentwickelte Gründerszene. Statt der notwendigen Risikofreude und langfristiger Orientierung überwiegt auf allen gesellschaftlichen Ebenen ein sehr weitgreifendes Vorsorgeprinzip, das Investitionen und Innovationen skeptisch gegenübersteht.

Für die demographischen Herausforderungen wie auch den Herausforderungen der modernen Wissensgesellschaft, die einen insgesamt hohen Bildungsstand und nicht nur Berufsausbildung erfordert, haben wir noch nicht die richtigen Antworten gefunden. Als kritischer Standortfaktor für Europa wirkt sich auch die zunehmende Wachstumsskepsis aus. Wachstum wird inzwischen mit negativen Aspekten wie etwa dem Umweltverbrauch in Verbindung gebracht und eher als notwendiges Übel angesehen. In Anbetracht der realen Herausforderungen scheint es den Meinungsführern in Politik und Wirtschaft insgesamt an einem angemessenen Problembewusstsein zu mangeln.

Das Expertenforum für gute Unternehmens- und Ordnungspolitik des Instituts für Produktionserhaltung hat es sich zur Aufgabe gemacht, latente Probleme im Wirtschaftsraum Europa wie fehlende Innovationen, Bildung, fehlende Risikofreude, fehlende langfristige Orientierung, Demographie sowie die Entfaltung des menschlichen Potenzials durch gute Führung herauszugreifen und mit ihrer unabhängigen Expertise zu beantworten.