Reports

Hier veröffentlichen wir ausgesuchte Reports, Papers und Studien von führenden Wirtschaftsorganisationen, Verbänden und Unternehmen zu Themen, mit denen sich auch das Institut beschäftigt.

Aktuelle Reports und Studien

Michael Grömling, 2022, Ökonomische Verluste in Deutschland durch Pandemie und Krieg, IW-Kurzbericht, Nr. 91

Wohlstandsverluste: Der Krieg kostet die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr 175 Milliarden Euro

Nach drei Jahren haben die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie endlich nachgelassen – das trifft aber noch längst nicht auf den Ukrainekrieg zu: Neue IW-Berechnungen beziffern die wirtschaftlichen Einbußen in 2023 auf 175 Milliarden Euro. Das entspricht Wohlstandsverlusten von 2.000 Euro je Einwohner.

Die deutsche Wirtschaft steht vor einer Zeitenwende, fürchtet die Förderbank KfW: Besonders der Fachkräftemangel und eine mäßige Produktivitätsentwicklung bedrohen den deutschen Wohlstand. Neue IW-Berechnungen beziffern, welche Einbußen schon in 2023 zu erwarten sind: Demnach kosten der Ukrainekrieg und alle damit verbundenen wirtschaftlichen Bedrohungen rund 175 Milliarden Euro an Wertschöpfung. Das entspricht preisbereinigt etwa 4 ½ Prozent des BIP. Für die Berechnung wird die aktuelle Lage mit einem kontrafaktischen Konjunkturverlauf verglichen, also einer Welt, in der es keinen Krieg und damit keine hohen Energiepreise oder Lieferengpässe gibt. Die direkten Wohlstandsverluste lassen sich somit auf 2.000 Euro je Einwohner beziffern.

 

MELDUNG VOM 23.01.2023 / KFW RESEARCH

Herausforderung Fachkräftemangel: Die Ära gesicherten Wachstums ist vorbei

Über 70 Jahre lang konnte wirtschaftliches Wachstum in Deutschland als sicher gelten. Diese Zeiten sind vorbei. Das liegt maßgeblich auch am schwachen Produktivitäts­wachstum. Wollte Deutschland allein durch steigende Erwerbs­beteiligung oder Zuwanderung das BIP je Einwohner bis zum Jahr 2035 konstant halten, müsste dafür entweder die Erwerbs­beteiligung weit stärker als bisher steigen oder die Netto-Zuwanderung auf weit mehr als 1,3 Mio. Menschen im Erwerbs­alter zunehmen. Wohlstands­sicherung und weiteres Wohlstands­wachstum bedürfen deshalb eines umfassenden Mix an Maßnahmen, die auch eine stärkere Erhöhung der Arbeits­produktivität bewirken. Dieser Beitrag zeigt anhand von Szenarien die Notwen­digkeiten auf und beleuchtet mögliche Gegen­maßnahmen.

 

 

Deloitte:Perspektiven 2030. Wachstumschancen für Deutschland

Die Studie erkundet vor diesem Hintergrund, durch welche Maßnahmen die Politik die Problemfelder angehen und Wachstumschancen erschließen kann. Grundsätzlich sind zwei Ziele zu verfolgen: eine Produktivitätssteigerung und eine Steigerung des Anteils der Erwerbstätigen. Bei der Analyse wurden zunächst zwölf ausgewählte Indikatoren in drei Bereichen betrachtet, die für das Wachstum besonders wichtig sind (Arbeitsmarkt und Kompetenzen, digitale Ökonomie, Unternehmensdynamik). In diesen Bereichen wurde der Wirtschaftsstandort Deutschland dann mit anderen OECD-Ländern verglichen. 

Schnellere Digitalisierung, flexibler Arbeitsmarkt

Mehr erwerbstätige Frauen, mehr Digitalisierung und mehr Firmengründungen: Dies sind laut den Studienautoren die Voraussetzungen, um Deutschland auf dem Wachstumspfad der vergangenen Jahrzehnte zu halten. „Wie die Weichen in den nächsten Jahren gestellt werden, entscheidet über den künftigen Wohlstand des Landes und die Lebensqualität nachfolgender Generationen“, so Volker Krug, Deutschland-Chef von Deloitte.

Dass das Wohlstandsniveau in Deutschland auf der Kippe stehe, zeige vor allem die nachlassende Dynamik bei der Produktivität in der größten Volkswirtschaft Europas. Das Produktivitätswachstum hierzulande hat sich laut der Untersuchung im vergangenen Jahrzehnt gegenüber dem vorangegangenen Zehnjahres-Zeitraum halbiert.

Vor allem angesichts einer alternden Gesellschaft mit sinkender Erwerbsbevölkerung sei dies besonders schlecht. Gelinge es nicht, den negativen Produktivitätstrend umzukehren, werde der Standort an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, unterstreichen die Deloitte-Experten.

Quelle: Tageschau.de

 

 

Überbordende Bürokratie: Kleinere Unternehmen leiden am meisten unter Kosten und fehlendem E-Government

Studie zeigt erstmals individuelle Bürokratiebelastung im Maschinen- und Anlagenbau auf

(Frankfurt/Bonn, 10.01.2023) Bürokratische Pflichten sind für den industriellen Mittelstand zu einer erheblichen Belastung geworden, die auch Investitionen auszubremsen droht. Und der Berg der Anforderungen an die Unternehmen wächst stetig weiter. In einer aktuellen Studie des IfM Bonn im Auftrag der IMPULS-Stiftung des VDMA nennen die Betroffenen bereits 375 verschiedene Regelungen allein auf Bundesebene, die sie zu erfüllen haben. De facto ist die Belastung jedoch etwa doppelt so hoch, weil in der Praxis noch rechtliche Vorgaben auf Landes- und kommunaler Ebene sowie auf EU-Ebene bestehen. Und aus Brüssel sind mit Regulierungsvorhaben wie der EU-Taxonomie, dem europäischen Lieferkettengesetz oder der CSR-Richtlinie weitere umfangreiche direkte und indirekte Belastungen absehbar.

Bürokratiekosten so hoch wie Forschungsausgaben

In der Studie „Bürokratiekosten von Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau“ werden erstmals in drei Unternehmen unterschiedlicher Größe (von 125 bis 3.500 Beschäftigten) die Belastungen im Detail analysiert. Dieser wissenschaftliche Tiefenschnitt hat für das beispielgebende kleine Unternehmen das Ergebnis gebracht, dass rund drei Prozent des Umsatzes jährlich durch die Erfüllung der direkten bürokratischen Pflichten gebunden werden. Dies sind bei einem Umsatz von 23,5 Millionen rund 705.000 Euro – und umgerechnet auf die Beschäftigungskosten zehn in Vollzeit arbeitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit sind die allein vom Bund ausgelösten Bürokratiekosten ähnlich hoch wie die jährlichen Forschungsausgaben eines Mittelständlers im Maschinen- und Anlagenbau und annähernd so hoch wie der durchschnittliche Bruttogewinn in der Branche. Kommen noch mehr Bürokratiebelastungen hinzu, droht eine weitere Verringerung der Marge und damit auch eine Schwächung der Investitionen.

Die Studie „Bürokratiekosten von Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau“ ist auf der Homepage der IMPULS-Stiftung (https://impuls-stiftung.de/studien) und des Instituts für Mittelstandsforschung (www.ifm-bonn.org) abrufbar.

Deutschland ist der große Verlierer im Standortwettbewerb

Länderindex: Aktuelle Krise sollte als Chance zur Umkehr genutzt werden

Deutschland kann mit Spitzenstandorten in Nordamerika, Westeuropa und Skandinavien kaum noch mithalten. Während andere Staaten in Infrastruktur investieren oder ihr Steuersystem reformieren, kommt Deutschland nicht voran. Der einzige klare Aktivposten ist die vergleichsweise geringe Verschuldung des Staates und der privaten Haushalte: Deutschland als relativ solides Land kann es sich leisten, auf Krisen zu reagieren. Dies sind die Ergebnisse des neuen Länderindex der Stiftung Familienunternehmen.

Die gegenwärtige Krise sollte als Chance zur Umkehr begriffen werden, vor allem zum Abbau lähmender Regulierungslasten, schreiben die Studienautoren. Die steuerlichen Bedingungen müssen sich dringend verbessern. Mit Blick auf den Fachkräftemangel ist eine echte Wende in der Bildungspolitik nötig. Die Genehmigung und Durchführung öffentlicher Investitionsvorhaben sollte sich in der Breite beschleunigen.

Der Länderindex als Vergleich von 21 Industriestaaten erstellt im Auftrag der Stiftung regelmäßig das Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW in Mannheim – unter der Leitung von Professor Friedrich Heinemann. Dies geschieht seit 2006 mittlerweile zum neunten Mal. Seitdem ist Deutschland um sechs Rangplätze abgerutscht.

Global Risks Report 2023

The world faces a set of risks that feel both wholly new and eerily familiar. The Global Risks Report 2023 explores some of the most severe risks we may face over the next decade. As we stand on the edge of a low-growth and low-cooperation era, tougher trade-offs risk eroding climate action, human development and future resilience.

 

 Die Aussichten sind düster wie nie. In seinem neuen Bericht über globale Risiken sagt das Weltwirtschaftsforum (WEF) ein „unsicheres und turbulentes Jahrzehnt“ voraus: Eine „neue Ära“ nach Jahrzehnten des Wachstums und Fortschritts – auf die Globalisierung folgten nun Deglobalisierung und Rückschritt, so die Prognose des WEF basierend auf einer Umfrage unter rund 1200 Expertinnen und Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik.

Quelle: Tagesschau

 

Schon das Ende der Globalisierung?

Die 18. Ausgabe des Berichts soll die schwerwiegendsten wahrgenommenen Risiken für die Volkswirtschaften und Gesellschaften in den nächsten zwei Jahren identifizieren. Wahrlich keine leichte Aufgabe. Der Bericht stützt sich auf den jährlichen Global Risks Perception Survey. Diese Umfrage wird bei 1.200 Risikoexperten aus dem Netzwerk des Weltwirtschaftsforums durchgeführt.

Ein „globales Risiko wird definiert als Möglichkeit des Eintretens eines Ereignisses oder Zustands, dass im Fall des Eintritts ein erheblicher Anteil des globalen BIP, der Bevölkerung oder der natürlichen Ressourcen negativ beeinflussen würde“. Die Forscher vom Centre for the Study of Existential Risk der Cambridge University sehen in diesen „Risiken im Zusammenhang mit neuen und künftigen Technologien, Auswirkungen menschlicher Aktivitäten, globalen Sicherheitsbedrohungen und Naturkatastrophen globalen Ausmaßes eine Bedrohung für das das Aussterben der Menschheit oder den Zusammenbruch der Zivilisation“.

Alte Risiken treffen auf Neue

Das Besondere der heutigen Zeit ist nach Auskunft des Forums das Aufeinandertreffen von „älteren“ und „neueren“ Risiken. Alte Risiken sind beispielsweise Inflation, Handelskriege, Kapitalabflüsse aus Schwellenländern, oder geopolitische Konfrontationen. Neue Risiken werden zum Beispiel in der Verschuldung der Staaten, in der Wachstumsschwäche oder der sog. De-Globalisierung identifiziert. Zusammengenommen könnten diese Risikofaktoren ein einzigartiges, unsicheres und turbulentes Jahrzehnt prägen, das vor uns liegt, so das Forum.

Die „Krise der Lebenshaltungskosten“ wird als das schwerwiegendste globale Risiko in den nächsten zwei Jahren eingestuft. Der Verlust der biologischen Vielfalt und der Zusammenbruch von Ökosystemen sind hingegen eines der wesentlichen globalen Risiken in den nächsten zehn Jahren (Abb. 01). Klima- und Umweltrisiken stehen im Mittelpunkt der globalen Risikowahrnehmung für das nächste Jahrzehnt. Es sind die Risiken, auf die wir am wenigsten vorbereitet zu sein scheinen.

Dr. Silvio Andrae , Quelle: Risknet

Reports

Neu

Prof. Dr. Günther Maihold

Stellvertretender Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik

 

Die neue Geopolitik der Lieferkette.

Report Juli 2022

Report

Jürgen Matthes

Leiter des Kompetenzfelds Internationale Wirtschaftsordnung und Konjunktur beim Institut der Deutschen Wirtschaft

 

Die gegenseitige Abhängigkeit im Handel zwischen China, der EU und Deutschland.

 

Neu

Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Themenfelder Industrie 4.0

Die zweite, überarbeitete Fassung der „Themenfelder Industrie 4.0“ des Forschungsbeirats der Plattform Industrie 4.0 liefert eine Aktualisierung der sogenannten Themenfelder und leitet daraus Forschungs- und Entwicklungsbedarfe ab.

28. Juli 2022