Die Kunst der Führung im 21. Jahrhundert
Ein Beitrag von Lothar Dörr.
Worum es in diesem Beitrag geht
Kurzfassung: Führung wird unter Unsicherheit weniger durch allwissende Kontrolle geprägt als durch Orientierung, Anpassungsfähigkeit, gute Entscheidungsarchitekturen und die Fähigkeit, Verantwortung im Unternehmen sinnvoll zu verteilen.
Globale Krisen – vom Klimawandel über gestörte Lieferketten bis hin zu geopolitischen Konflikten – machen eines deutlich: Stabilität ist eine Illusion. Unternehmen operieren in einem Umfeld, das von Unvorhersehbarkeit und schnellen Veränderungen geprägt ist. Traditionelle Führungsansätze, die auf linearen Entscheidungswegen, klaren Befehlsketten und analytischer Kontrolle beruhen, stoßen an ihre Grenzen. Stattdessen gewinnt eine neue Form der Führung an Bedeutung: adaptiv, experimentell und kollaborativ.
Führungskräfte stehen nicht mehr allein an der Spitze und navigieren ihr Unternehmen durch vorhersehbare Märkte. Die Komplexität ist zu hoch, um von einer einzelnen Person erfasst zu werden. Deshalb müssen Entscheidungsstrukturen flexibler und vernetzter werden. Erfolgreiche Führung bedeutet heute nicht mehr, auf jede Frage die richtige Antwort zu haben – sondern die richtigen Fragen zu stellen und kluge Netzwerke zu schaffen, die gemeinsam Antworten entwickeln. Anpassungsfähigkeit ist zur zentralen Kompetenz geworden. Führungskräfte müssen ihre Rolle neu definieren: nicht als allwissende Steuerer, sondern als Impulsgeber und Moderator eines kollektiven Entscheidungsprozesses. Das bedeutet auch, Kontrolle abzugeben, Verantwortung zu teilen und auf die Schwarmintelligenz des Unternehmens zu setzen.
Doch dieser Wandel erfordert ein Umdenken. Viele Managerinnen und Manager sind geprägt von der Vorstellung, alle Probleme selbst lösen zu müssen. Dabei liegt die eigentliche Stärke darin, Kapazitäten freizusetzen: für Reflexion, strategisches Denken und die Fähigkeit, neue Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. Führung bedeutet nicht mehr, möglichst viel zu bewältigen, sondern den Raum zu schaffen, in dem intelligente Lösungen entstehen können.
Führung als strategische Kernkompetenz
Strategische Weitsicht, Entscheidungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit gehören zu den zentralen Anforderungen an Führung unter Unsicherheit. Leadership ist deshalb nicht nur eine persönliche Eigenschaft einzelner Führungskräfte, sondern eine organisatorische Fähigkeit: Unternehmen müssen Entscheidungswege, Verantwortlichkeiten und Lernprozesse so gestalten, dass sie auch unter Veränderungsdruck handlungsfähig bleiben.
Die entscheidende Frage lautet daher weniger, ob es den einen idealen Führungsstil gibt. Wichtiger ist, welche Prinzipien in unterschiedlichen Situationen tragfähig sind und wie Unternehmen Führung systematisch entwickeln können.
Die Herausforderungen mittelmäßiger Führung
Managementforschung und Unternehmenspraxis zeigen immer wieder ein ähnliches Muster: Führung verliert an Wirkung, wenn Entscheidungen überwiegend reaktiv getroffen werden, Verantwortung unklar bleibt und Veränderung vermieden wird. Die Folgen können geringere Lernfähigkeit, schwächere Innovationskraft und sinkende Motivation sein. Entscheidend ist deshalb weniger eine einzelne Kennzahl als die Frage, ob Führung Orientierung schafft und Entscheidungen unter Unsicherheit ermöglicht.
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten, geopolitischer Spannungen und sich wandelnder Marktbedingungen sind Unternehmen gezwungen, ihre Führungskonzepte anzupassen. Klassische Managementmethoden allein reichen nicht mehr aus – vielmehr sind Agilität, Transparenz, Digitalisierung und Nachhaltigkeit entscheidende Faktoren für langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Die folgenden Strategien haben sich als zentrale Erfolgsfaktoren für wirksames Krisenmanagement etabliert.
- Krisenmanagement und Resilienz: Stabilität durch vorausschauende Planung
Unternehmen, die gestärkt aus Krisen hervorgehen, setzen auf eine Kombination aus Weitsicht und Flexibilität.
- Szenario-Planung: Erfolgreiche Unternehmen entwickeln alternative Zukunftsszenarien, um sich auf verschiedene Marktentwicklungen vorzubereiten. So lassen sich fundierte strategische Entscheidungen auch unter Unsicherheit treffen.
- Cashflow-Optimierung: Die Sicherung liquider Mittel steht im Vordergrund. Dazu gehören eine strikte Priorisierung von Zahlungsströmen, eine Reduzierung unrentabler Aktivitäten und Maßnahmen zur finanziellen Stabilisierung.
- Restrukturierung und Kostensenkung: Unternehmen optimieren ihre Kostenstrukturen gezielt durch Rightsizing – also eine strategische Anpassung von Personal, Investitionen und Fixkosten.
In wirtschaftlich angespannten Phasen zeigt sich, wie wichtig eine klare Priorisierung von Liquidität, Kapazitäten und strategisch relevanten Investitionen ist.
- Agile und adaptive Führung: Flexibilität als Erfolgsfaktor
In einer sich ständig verändernden Geschäftswelt sind starre Strukturen ein Risiko. Agilität und schnelle Entscheidungsprozesse sind daher essenziell.
- Agile Management-Methoden: Unternehmen setzen verstärkt auf iterative Ansätze wie Scrum, Kanban oder SAFe, um flexibel auf Marktveränderungen reagieren zu können.
- Dezentrale Entscheidungsstrukturen: Führungskräfte fördern eigenverantwortliche Teams, die autonom agieren und dadurch schnellere Entscheidungen treffen können.
- Task Forces für Krisenbewältigung: Interdisziplinäre Teams mit klaren Zielvorgaben (z. B. durch OKRs) erarbeiten kurzfristig Lösungen für akute Herausforderungen.
Unter Unsicherheit sollten kurzfristige Kostenmaßnahmen und langfristige Zukunftsinvestitionen bewusst gegeneinander abgewogen werden; reine Kürzungslogik ersetzt keine Strategie.
- Transparente Kommunikation und Change-Management: Vertrauen in Krisenzeiten stärken
In Krisenzeiten ist Kommunikation einer der entscheidenden Faktoren für unternehmerischen Erfolg. Transparenz schafft Vertrauen und minimiert Widerstand gegen notwendige Veränderungen.
- Radikale Transparenz: Führungskräfte müssen klar, faktenbasiert und nachvollziehbar über Herausforderungen und Maßnahmen kommunizieren. Vermeidungstaktiken oder unklare Botschaften führen nur zu Verunsicherung.
- Strukturierter Wandel nach dem Kotter-Modell: John Kotters 8-Stufen-Modell hilft, Veränderungsprozesse effektiv zu steuern und Widerstände im Unternehmen zu reduzieren.
- Förderung psychologischer Sicherheit: Mitarbeiter müssen sich in den Transformationsprozess eingebunden fühlen. Eine Kultur, die Fehler als Lernchance begreift, fördert eine resilientere Organisation.
Gerade in Transformationen zeigt sich, dass klare, nachvollziehbare Kommunikation und frühzeitige Einbindung Widerstände reduzieren und Veränderungsfähigkeit stärken können.
- Digitalisierung und Automatisierung: Krisen als Chance für Effizienzsteigerung nutzen
Die digitale Transformation ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern eine Notwendigkeit, um unter sich verändernden Bedingungen effizient zu agieren.
- Datengetriebene Entscheidungsfindung: Führungskräfte setzen verstärkt auf Echtzeit-Datenanalysen, um Markt- und Unternehmensentwicklungen präzise zu steuern.
- Automatisierung durch KI: Künstliche Intelligenz und automatisierte Prozesse steigern die Effizienz in Bereichen wie Logistik, Personalmanagement und Finanzsteuerung.
- Neue Arbeitsmodelle: Remote Leadership und flexible Arbeitsstrukturen tragen nicht nur zur Kostensenkung bei, sondern erhöhen auch die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen.
McKinsey empfiehlt Unternehmen, Automatisierung gezielt als Krisenstrategie einzusetzen, um Fixkosten zu senken und Effizienzpotenziale zu nutzen (McKinsey).
- Nachhaltigkeit und ESG: Krisenbewältigung durch langfristige Verantwortung
Nachhaltigkeit ist längst kein rein ethisches oder regulatorisches Thema mehr – sie ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Unternehmen, die ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) aktiv in ihre Strategie einbinden, erhöhen ihre Resilienz.
- Nachhaltige Geschäftsmodelle: Unternehmen nutzen ESG nicht nur zur Risikominimierung, sondern als Wachstumsstrategie. Investitionen in nachhaltige Technologien zahlen sich langfristig aus.
- Green Transformation: Ressourcenschonende Produktionsmethoden und Kreislaufwirtschaftsmodelle (Circular Economy) sichern Unternehmen nicht nur regulatorische Vorteile, sondern verbessern auch ihre Marktposition.
- Stakeholder-Integration: Der aktive Einbezug von Investoren, Kunden und Mitarbeitern in nachhaltige Unternehmensentscheidungen schafft Vertrauen und langfristige Wertsteigerung.
Roland Berger empfiehlt Unternehmen, ESG-Kriterien als zentrale Strategie zur langfristigen Krisensicherheit zu etablieren (Roland Berger).
Leadership erfordert radikale Anpassungsfähigkeit
Erfolgreiche Unternehmensführung in Krisenzeiten bedeutet mehr als kurzfristige Schadensbegrenzung. Führungskräfte müssen agil handeln, ihre Kommunikation strategisch ausrichten, digitale und nachhaltige Lösungen forcieren und langfristig resilientere Strukturen schaffen. Unternehmen, die Leadership als zukunftsorientierte Kompetenz verstehen, sichern sich nicht nur ihre Marktposition, sondern gestalten aktiv die wirtschaftliche Zukunft.
Was macht einen guten Leader aus?
Das wollte ich von unserem KI-Experten wissen. Diese Punkte hat er für zusammengestellt. Ein moderner Leader sollte:
- Selbstreflektiert sein (Schulz)
- Veränderungen umsetzen können (Koch)
- Ein sicheres Umfeld für sein Team schaffen (Amy Edmondson) – The Fearless Organization
- Nachhaltig und systemisch denken (Petra Künkel) – Stewarding Sustainability Transformations
- Rationales Denken mit Empathie verbinden (Kirstin Ferguson) – Head & Heart: The Art of Modern Leadership
- Eine inspirierende Vision kommunizieren (Simon Sinek) – Leaders Eat Last
- Entscheidungen unter Unsicherheit treffen können (Nassim Taleb) – Antifragile: Things That Gain from Disorder
- Technologische Entwicklungen aktiv gestalten (Erik Brynjolfsson & Andrew McAfee) – Machine, Platform, Crowd
- Resilienz und Durchhaltevermögen zeigen (Angela Duckworth) – Grit: The Power of Passion and Perseverance
- Menschen durch Purpose motivieren (Daniel Pink) – Drive: The Surprising Truth About What Motivates Us
- Traditionelle Managementstrukturen hinterfragen und Innovation fördern (Gary Hamel) – Humanocracy: Creating Organizations as Amazing as the People Inside Them

Leadership Vordenker Garry Hamel
Gary Hamel ist Gründer von Strategos, einer internationalen Unternehmensberatung mit Sitz in Chicago, und Direktor des Woodside Institute, einer gemeinnützigen Forschungsstiftung in Kalifornien. Seine Konzepte wie „Strategic Intent“ und „Management-Innovation“ haben die Managementpraxis weltweit beeinflusst.
Seine Konzepte haben Leadership und Unternehmensführung weltweit geprägt.
1. Kritik an klassischen Führungsstrukturen:
Hamel argumentiert, dass traditionelle hierarchische Führung oft ineffizient ist und Innovation hemmt. Er setzt sich für flachere Strukturen, mehr Eigenverantwortung und agile Führungskonzepte ein.
2. Humanocracy – Menschenzentriertes Management (2020):
In seinem Buch Humanocracy fordert er, dass Unternehmen sich stärker an den Fähigkeiten und der Kreativität ihrer Mitarbeitenden orientieren, anstatt an starren bürokratischen Regeln.
3. Management als Innovationstreiber:
Er sieht Leadership als Treiber für Veränderung und Innovation. Unternehmen mit starren Hierarchien und schlechten Führungskräften verlieren langfristig an Wettbewerbsfähigkeit.
4. Strategische Führung & „Core Competence“:
Gemeinsam mit C.K. Prahalad entwickelte er das Konzept der Kernkompetenzen („Core Competence“), das betont, dass Unternehmen sich auf ihre wichtigsten Fähigkeiten konzentrieren sollten – was auch eine zentrale Aufgabe von Leadership ist.
5. Unternehmen der Zukunft:
Hamel spricht oft über die Notwendigkeit von Führung, die nicht nur auf Kontrolle, sondern auf Motivation, Flexibilität und Vertrauen setzt. In seinen Studien zeigt er, dass Unternehmen mit modernem Leadership langfristig erfolgreicher sind.
Viele Unternehmen stehen vor Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung und KI-gestützten Arbeitsmodellen. Hamels Ideen zu agilem Leadership, flexiblen Organisationen und einer Führung, die Innovation ermöglicht, sind aktueller denn je.
Einfluss von Leadership am wirtschaftlichen Erfolg
Führung ist nicht nur eine unternehmensinterne Frage, sondern ein zentraler Treiber wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung. Die Qualität der Unternehmensführung beeinflusst nicht nur die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens, sondern auch langfristig den Wohlstand einer Volkswirtschaft. Staaten mit starken Unternehmen, die von herausragenden Führungskräften geleitet werden, sind widerstandsfähiger gegen Krisen, schaffen mehr Arbeitsplätze und setzen Impulse für neue Technologien und Industrien.
Die direkte Führungskraft hat erheblichen Einfluss darauf, wie Mitarbeitende Zusammenarbeit, Orientierung und Zugehörigkeit im Unternehmen erleben. Gute Führung kann damit Motivation, Bindung und Leistungsfähigkeit unterstützen – sie ist jedoch nur ein Faktor unter mehreren.
Was sich aus Transformationspraxis ableiten lässt
Unternehmen verändern ihre Führungsstrukturen aus sehr unterschiedlichen Gründen: Kostendruck, technologische Umbrüche, neue Geschäftsmodelle, Fachkräftemangel oder veränderte Kundenanforderungen. Einzelne Unternehmensfälle altern jedoch schnell und lassen sich selten eins zu eins übertragen.
- Hierarchien prüfen: Entscheidungen sollten dort getroffen werden können, wo relevantes Wissen vorhanden ist.
- Verantwortung klären: Dezentralität funktioniert nur mit eindeutigem Mandat und transparenten Entscheidungsregeln.
- Transformation messbar machen: Nicht die Zahl neuer Programme zählt, sondern ob Geschwindigkeit, Qualität und Ergebnisverantwortung tatsächlich besser werden.
- Führung weiterentwickeln: Struktureller Umbau braucht Führungskräfte, die Unsicherheit aushalten, Prioritäten setzen und Konflikte entscheiden können.
INFPRO und Leadership
INFPRO betrachtet Leadership als Bestandteil industrieller Handlungsfähigkeit. Führung beeinflusst, wie Unternehmen Investitionen priorisieren, Wissen nutzen, Veränderungen umsetzen und unter Unsicherheit entscheiden. Deshalb gehört Leadership für INFPRO in den Zusammenhang von Produktion & Standort, Wissen & Arbeit und Adaptive Governance.
Der Anspruch ist nicht, ein einziges Führungsmodell zu propagieren, sondern Orientierung für bessere Entscheidungs- und Verantwortungsstrukturen zu geben.
Warren G. Bennis
Warren G. Bennis (* 8. März 1925 – † 31. Juli 2014) war ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und einer der einflussreichsten Vordenker im Bereich Leadership. Er galt als einer der Pioniere moderner Führungsforschung und prägte das Verständnis von Führung als lernbare Fähigkeit.
Seine wichtigsten Ansätze zur Führung:
1. Führung ist erlernbar – Bennis widersprach der Idee, dass Führungspersönlichkeiten geboren werden. Stattdessen betonte er, dass Führung durch Erfahrung, Reflexion und Lernen entsteht.
2. Unterschied zwischen Führung und Management – In seinem bekannten Werk On Becoming a Leader stellte er klar, dass Manager verwalten, während Führungspersönlichkeiten inspirieren und Visionen entwickeln.
3. Vier essentielle Fähigkeiten für Leader:
o Self-Awareness (Selbstbewusstsein) – Sich selbst gut kennen und authentisch sein.
o Candor (Ehrlichkeit) – Klare, offene Kommunikation ohne Manipulation.
o Curiosity (Neugierde) – Die Welt verstehen wollen und offen für Veränderungen sein.
o Courage (Mut) – Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen.
4. „Adaptive Capacity“ als Schlüssel zur Führung – Die Fähigkeit, sich an neue Herausforderungen anzupassen und auch in Unsicherheiten Orientierung zu geben.
Bekannte Bücher von Warren Bennis:
On Becoming a Leader (1989) – Ein Klassiker über die Entwicklung effektiver Führungspersönlichkeiten.
Leaders: Strategies for Taking Charge (1985, mit Burt Nanus) – Definiert Führung als das Entwickeln und Kommunizieren einer klaren Vision.
An Invented Life: Reflections on Leadership and Change (1993) – Eine autobiografische Reflexion über Führung.
Bennis’ Kernbotschaft lautet: Man wird nicht als Leader geboren, sondern durch bewusste Entwicklung zu einem. Die Fähigkeit zu führen entsteht durch:
• Selbstreflexion
• Persönliches Wachstum
• Mut zur Veränderung
• Die Bereitschaft, andere zu inspirieren und zu unterstützen.
Eine seiner zentralen Ideen lässt sich so zusammenfassen: Führung muss eine Vision in konkrete, handlungsfähige Realität übersetzen.
Top Autoren zum Thema Leadership
Für die Debatte über moderne Führung sind unter anderem folgende Autorinnen und Autoren relevant. Die Auswahl dient der Orientierung und ist ausdrücklich kein Ranking:
Benjamin Schulz
Der deutsche Sachbuchautor und Berater Benjamin Schulz hat sich auf Personal Branding und Führungskräfteentwicklung spezialisiert. Sein Buch „Führungskräfte als Hoffnungsträger: Durch Selbstreflexion und adaptive Strategien in Krisenzeiten bestehen“ erreichte im Februar 2025 die Spiegel-Bestsellerliste in der Kategorie Sachbuch Taschenbücher. In diesem Werk bietet er Strategien für Führungskräfte, um in unternehmerischen und wirtschaftlichen Krisen erfolgreich zu bestehen.
Axel Koch
Als Professor für Training und Coaching an der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning beschäftigt sich Axel Koch mit Themen wie Führung, Kommunikation und Stressbewältigung. Sein 2025 erschienenes Buch „Morgen fang ich aber wirklich an! Wie wir endlich Veränderung umsetzen“ befasst sich mit der erfolgreichen Umsetzung von Veränderungen und bietet praktische Ansätze zur Verhaltensänderung.
Amy Edmondson
Die amerikanische Wissenschaftlerin Amy C. Edmondson ist Professorin für Leadership an der Harvard Business School und bekannt für ihre Pionierarbeit im Bereich der psychologischen Sicherheit in Organisationen. Ihr 2023 veröffentlichtes Buch „Right Kind of Wrong: The Science of Failing Well“ wurde 2023 mit dem Financial Times Business Book of the Year Award ausgezeichnet. Edmondson wurde 2023 von Thinkers50 als führende Managementdenkerin weltweit anerkannt.
Petra Künkel
Die deutsche Organisationspsychologin Petra Künkel ist Expertin für transformative Führung und gesellschaftliche Transformation hin zu Nachhaltigkeit. Als Mitglied des Club of Rome und Autorin mehrerer Bücher, darunter „Zukunftskompetenz Stewardship: Vitale und resiliente Systeme durch transformative Führung“ (2023), trägt sie zur Entwicklung von Konzepten für kollektive Führung und nachhaltige Transformation bei.
Kirstin Ferguson
Die australische Autorin und Kolumnistin Kirstin Ferguson wird von Thinkers50 als eine der Top-50-Managementdenkerinnen weltweit geführt. Ihr 2023 erschienenes Buch „Head & Heart: The Art of Modern Leadership“ bietet Einblicke in moderne Führung und betont die Bedeutung von Menschlichkeit und Strategie im Leadership. Das Buch wurde von Thinkers50 als eines der Top-10-Managementbücher des Jahres 2023 ausgezeichnet.
Thinkers50 veröffentlicht Rankings, Auszeichnungen und eine Radarliste zu Managementideen und Managementdenkern. Solche Listen können Orientierung geben, ersetzen aber keine eigenständige Bewertung der jeweiligen Konzepte und ihrer Übertragbarkeit auf die Unternehmenspraxis.
Die jährliche Thinkers50-Radarliste identifiziert aufstrebende Denker, die das Potenzial haben, einen bedeutenden Beitrag zur Managementtheorie und -praxis zu leisten, und die Thinkers50 Hall of Fame würdigt das Vermächtnis von Denkern, deren Lebenswerk einen nachhaltigen Einfluss auf Wirtschaft und Management hatte.
Das Buch „Head & Heart: The Art of Modern Leadership“ von Dr. Kirstin Ferguson wurde 2023 veröffentlicht und von Thinkers50 als eines der zehn besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet. In diesem Buch betont Ferguson die Bedeutung einer ausgewogenen Führung, die sowohl kognitive Fähigkeiten („Kopf“) als auch emotionale Intelligenz („Herz“) integriert. Sie identifiziert acht Schlüsselattribute für moderne Führungskräfte: Neugier, Weisheit, Perspektive, Kompetenz, Demut, Selbstbewusstsein, Mut und Empathie. Durch die Kombination dieser Eigenschaften können Führungskräfte effektiver agieren und positive Auswirkungen auf ihre Teams und Organisationen erzielen.
Bilder: Erstellt mit (c) DALL-E von OpenAI.

Klaus Weßing
Vorstandsvorsitzender des Instituts für Produktionserhaltung e.V.
Weiterführend bei INFPRO: Weitere Beiträge zu Führung, Entscheidungsfähigkeit und Organisation finden Sie unter Adaptive Governance, Expertenbeiträge und in der Executive Library.
Für fachliche Hinweise und den Austausch erreichen Sie INFPRO unter info@infpro.org.