Liebe Mitglieder:innen

wir freuen uns, Ihnen heute ein neues Format vorstellen zu können, das unseren gemeinsamen Anspruch an fundierte Information, tiefere Einordnung und strategische Relevanz erfüllt: der infpro-Themenservice. Mit dem neuen infpro-Themenservice möchten wir Ihnen künftig ein zusätzliches Angebot machen: ein kompaktes, redaktionell aufbereitetes Format, das komplexe Entwicklungen verständlich macht – und die Verbindung schafft zwischen Forschung, Praxis und strategischer Orientierung.

Der Themenservice liefert Ihnen vertiefende Hintergrundberichte, ausgewählte Experteneinschätzungen und Essays zu den Fragen, die über die Zukunft von Produktion, Standort und Technologie entscheiden.

Die aktuelle Ausgabe des infpro Themenservice behandelt die zentrale Herausforderung der Künstlichen Intelligenz (KI) für Führungskräfte in der Wirtschaft. Der Hauptfokus liegt auf der Diskrepanz zwischen operativer KI-Nutzung und strategischer Führungskompetenz in Deutschland, da dort die Technologie zwar in Prozesse integriert, die Führungsebene jedoch nur zögerlich lernt. Im Gegensatz dazu wird die USA als Vorbild für die Führungsbildung dargestellt, wo Eliteuniversitäten KI als zwingenden Bestandteil der Judikative und Verantwortungsübernahme lehren, anstatt sie als technische Ergänzung zu behandeln. Diese strukturelle Schwäche in Deutschland führt zu verlangsamten KI-Implementierungen und messbaren Produktivitätsrückständen im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern. Führende Manager und Headhunter betonen, dass KI-Kompetenz zur Überlebensbedingung geworden ist, da Verantwortung nicht mehr delegierbar ist, wenn algorithmische Systeme komplexe Entscheidungen vorbereiten.

Man kann die Situation der deutschen Führungselite im KI-Zeitalter mit einem Spitzenkoch vergleichen, der hervorragend mit traditionellen, präzisen Werkzeugen (wie Messern und Rührwerken) umgehen kann, aber sich weigert, moderne Hochleistungsöfen zu verstehen. Er ist sich bewusst, dass der Ofen (KI) wichtig ist, delegiert dessen Bedienung jedoch an seine jüngeren Hilfsköche (IT-Abteilung). Dadurch verliert er die Kontrolle über die kritischsten, geschwindigkeitsbestimmenden Prozesse (Entscheidungsfindung) und kann keine neuen, komplexen Gerichte (Geschäftsmodelle) entwickeln, die nur mit dieser neuen Technologie möglich sind, weil er sich nicht selbst in die notwendige Urteilskompetenz einarbeitet, die notwendig ist, um die Grenzen und Fehler des neuen Werkzeugs zu erkennen.

Viel Spaß bei der Lektüre.

Klaus Weßing, Vorstand infpro

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Führende Manager und Headhunter betonen, dass KI-Kompetenz zur Überlebensbedingung geworden ist, da Verantwortung nicht mehr delegierbar ist, wenn algorithmische Systeme komplexe Entscheidungen vorbereiten.

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Innovationsbericht mit Scroll-Animation
Kajak im Wildwasser

KEY TAKEAWAYS

„Deutschland zu einer KI-Nation zu machen, davon hängt unsere Wettbewerbsfähigkeit ab.“ Mit diesem Satz eröffnete Bundeskanzler Friedrich Merz Mitte Juli den neuen Supercomputer „Jupiter“ in Jülich. Es war eine jener Stellen, an denen politische Rhetorik auf eine harte wirtschaftliche Realität trifft. Denn ob Deutschland tatsächlich zur „KI-Nation“ wird, entscheidet sich nicht an einem Hochleistungsrechner, sondern in den Werkhallen, Laboren und Büros junger Unternehmen. Dort, wo aus Forschungsansätzen Produkte werden sollen und aus PowerPoint-Visionen tragfähige Geschäftsmodelle.

  • KI-Start-Up-Landscape Laut der aktuellen „KI-Start-up-Landscape“ des Münchner appliedAI-Instituts gibt es inzwischen 935 Gründungen in Deutschland, die sich mit Künstlicher Intelligenz befassen – ein Zuwachs von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als zwei Milliarden Euro Wagniskapital haben sie in diesem Jahr bereits eingesammelt, fast ein Drittel der gesamten Finanzierungssumme der vergangenen zehn Jahre. Es gibt kaum ein Segment der Wirtschaft, das von diesem Trend unberührt bleibt: von Kommunikation über Chemie bis hin zu Mode, von Robotik über Gesundheit bis zu Unternehmenssoftware
  • Innovation excellence—Von der Entwicklung zur „KI-Nation“ hängt Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit ab. Aber die entscheidende Frage lautet nicht, wie viele Start-ups auf der appliedAI-Landkarte verzeichnet sind. Sondern, ob aus ihnen Unternehmen werden, die in Bielefeld, München oder Berlin ebenso selbstverständlich Prozesse prägen wie Google oder OpenAI im Silicon Valley.